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Fähre im Winterschlaf...

Mainfähre Obereisenheim

Achtung ab 01. März 2024 gelten neue Fährzeiten und neue Fährpreise:

MO - FR: 07:00 - 12:00 Uhr & 13:00 - 18:00 Uhr
SA / SO / FEIERTAG: 10:00 - 15:00 Uhr und 15:30 - 18:00 Uhr
(Winterpause von 15. November bis Ende Februar, Sonderfahrten am Obereisenheimer Weinfest und am Fährenfestival)

Preise:
Fußgänger, Fahrradfahrer, Mitfahrer: 1,50 Euro / 2 Punkte
Motorrad, Kleinkraftrad, Moped, Mofa: 2,00 Euro / 3 Punkte
PKW, Kleintransporter bis 2,8 t Gesamtgewicht, landw. Zugmaschine:  2,50 Euro / 4 Punkte      
LKW über 2,8 t Gesamtgewicht/ Wohnmobile: 4,00 Euro / 6 Punkte             

Im Preis ist der Fahrer inklusive. Jede weitere Person 1,50 Euro (bei PKW´s max. 4, 50 Euro, 6 Punkte).

Max. zulässiges Gesamtgewicht 5t

Für Vielfahrer ist eine Mehrfachkarte mit 25 Punkten für 10,00 Euro erhältlich.

 

Immaterielles Kulturerbe:
2022 wurde der "Betrieb der Mainfähren in Franken" in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Bayern aufgenommen. Immaterielles Kulturerbe sind lebendige Traditionen, die einer Gemeinschaft ein Gefühl der Identität und Kontinuität vermitteln, wie beispielsweise Tanz, Theater, Musik, Bräuche, Feste, überliefertes Wissen und traditionelle Handwerkstechniken. Diese kulturellen Ausdrucksformen werden entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen und zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben und dabei in Auseinandersetzung mit der Umgebung - also etwa Natur bzw. Gesellschaft - fortwährend neu gestaltet.

Fährleute bringen ganzjährig Menschen, Tiere und Fahrzeuge auf Zuruf über den Main. Besonders Einheimische, aber auch Touristinnen und Touristen nutzen gerne diese Form der direkten Flussüberquerung, die ortsnah und mit einem erheblichen Zeit- und Kostenvorteil gegenüber den Umwegen über Brücken auch nachhaltig ist. Umfangreiches Wissen über Eigenheiten am jeweiligen Mainabschnitt (spezifische Strömungen, Wind und Sog, Hoch- und Niederwasser, Schiffsverkehr und Freizeitnutzung) sowie das richtige Verhalten beim Betrieb der Fähren auch in kritischen Situationen geben die Fährleute von Generation zu Generation weiter. Als Direktverbindungen unterstützen die Mainfähren bei den Einwohnern der flussnah gelegenen Ortschaften soziale Verbundenheit und fördern das regionale Zugehörigkeitsgefühl.

Auch die Obereisenheimer Fähre ist mit ihrer jahrhundertealten Tradition teil dieses Kulturerbes...

 Geschichte:
Im Gemeindearchiv Markt Eisenheim gehen die Unterlagen bis ins Jahr 1843 zurück. Dies sind Gebührenverordnungen, polizeiliche Anordnungen und Verträge, die noch nicht ausgewertet wurden. Ein Dokument, das auf ca. 1900 datiert ist, beschreibt Fährbedingungen aus dem Jahr 1586.

In einer Dienstanweisung des kgl. Bezirksamts Gerolzhofen von 1914 ist folgende Historie zu lesen:

  • Die Fähre besteht seit mehreren Jahrhunderten.
  • 1871 wurde dem damaligen Fährbesitzer Michael Reuther die Errichtung einer Hochseilfähre gestattet, in diesem Zuge wurde die Verlegung des Fährplatzes um 74 m flussaufwärts genehmigt.
  • 1912 wurde der Besitzerin der Fähre, Wilhelmine Reuther, Erlaubnis zum Umbau und Betrieb der Fähre erteilt. Für die Benutzung der Fährrampe (staatl. Eigentum) hatte sie jährlich 0,50 Mark an das K. Rentamt in Volkach zu zahlen.

 Weiteren Dokumenten ist folgende Chronologie zu entnehmen:

  • 1921 wurde das Mainüberfahrtsrecht von den Eigentümern Christof Härtel und Artur Zenker an die Gemeinde Obereisenheim für 12.000 Mark verkauft.
  • 1929 wurde von der Fa. Stühler, Würzburg im Auftrag der Gemeinde Obereisenheim eine Hochseilwagenfähre gebaut.
  • 1936 ist ein Fährpächter Wilhelm Hollenbacher nachweisbar.
  • 1959 erwarb die Gemeinde Obereisenheim von Josef Bettendorf, Wörth, eine gebrauchte Hochseilfähre mit Zubehör für 31.000 DM und beantragte „Errichtung und Betrieb einer motorisierten Wagenfähre mit Hochseil und einer Personennachenfähre mit Handruder“, die Bauabnahme erfolgte 1966
  • Die Fähre wurde 2013 technisch rundum generalüberholt, erhielt dabei einen zusätzlichen Motor und eine neue Rampe für die von der EU gesetzlich geforderte automatische Festmacheinrichtung. Mit insgesamt 1,1 Millionen Euro schlugen die Maßnahmen für den Erhalt der Fähre zu Buche. Zuvor gab es im Markt Eisenheim einen Bürgerentscheid, bei dem sich die Bevölkerung klar für die schwimmende Brücke entschied. Seitdem fährt die Fähre ohne Führungsseile und erfüllt mit der Festmacheinrichtung die Bestimmungen der EU.

Zeugnis der alten Fährtradition sind auch in Obereisenheim gefundene hölzerne Schwimmkörper, die auf das Jahr 1326 dendrodatiert werden konnten.

Fährenfestival
Der Main übt von Haus aus eine Faszination auf die Menschen aus. Wenn noch Mainfähren mit ins Spiel kommen, wird der Fluss noch faszinierender. Alle zwei Jahre findet an den Fähren-Standorten Fahr, Obereisenheim und Wipfeld  ein gemeinsames Fährenfestival statt.  Mit buntem Rahmenprogramm und interessanten Besonderheiten werden die Fähren gebührend gefeiert. Der nächste Termin ist der 13. und 14. Juli 2024.